ATV (All Terrain Vehicel) - oder auch bekannt unter Quad’s - sind Motorräder mit 4 Rädern. Einfach ausgedrückt. Der Ursprung dieser Gefährte liegt, wie so vieles anderes auch, in den USA und ist in den letzten Jahren auch zu uns in das alte Europa übergeschwappt.
Spätestens seit unserem Urlaub auf der deutschen Insel im Mittelmeer war für mich klar, daß ich mir ein solches Vehikel zulegen möchte.
Es gibt viele Hersteller und Anbieter dieser Vehikel in Deutschland, aber bei meinen diverseren Erkundigungen habe ich die Feststellung treffen müssen, daß gerade den größeren und bekannteren Motorradherstellern, die diese Fahrzeuge anbieten, irgendwie nicht gegenwärtig ist, daß es in diesem Land eine Nachfrage hierfür gibt. Will heißen: Um mit so einem Fahrzeug auf diesen unserer Straßen fahren zu dürfen, muß dieses eine Straßenzulassung haben - und dies scheint den meisten Herstellern (Stand 2005) irgendwie nicht bekannt zu sein - denn die Fahrzeug werden ohne Straßenzulassung verkauft.
Entweder hat der Händler für den Typ bereits ein Mustergutachten erstellen lassen und kalkuliert die nicht unerheblichen Kosten in die Umbaukosten mit ein - oder man versucht selber sein Glück, was jedoch aufgrund der stärkeren Reglementierung nicht ganz einfach ist.
Eine brauchbare Alternative stellte daher für mich die Adly 300 Utility dar. OK, wenn man sich vorher für eine Kodiak oder Winson interessiert hat, dann muß man sicherlich einige Abstriche machen - aber hier stimmen Preis und Leistung - und einen qualifizierten Händler vor Ort gibt es auch.
Bei der 300 U sind mir einige Punkte ins Auge gefallen, die ich nach und nach umgesetzt habe; bzw. in Kürze werden:
Das Auge ißt mit und nicht nur für die Optik bin ich der Ansicht, daß dem Bock eine Seilwinde ganz gut steht. Über den Einbau habe ich hier einige Informationen zusammengestellt.
Die Blinker der 300 U sind nicht wirklich eine Augenweide; hier habe ich mich für flache Ovalblinker im Carbonlook entschieden. Ich finde, die sehen schon besser aus als die Orginalblinker.
Für elektrische Anbaugeräte wird eine 12V Steckdose angebracht; in Verbindung mit einer entsprechenden Halterung kommt mein altes GPS III+ auch wieder zur Verwendung.

Für den Fall der Fälle, daß sich die Batterie irgendwann einmal verabschieden sollte und mir der Ausbau der Batterie zum Laden zu mühsam ist, wird ein sog. Bikestart- Kit nachgerüstet - auch geeignet, um Starterhilfe zu bekommen oder zu geben. An die Steckdose am Heck wird wahlweise das Ladegerät oder ein Überbrückungskabel angeschlossen.
Last, not Least - eine Anhängerkupplung. Die Stützlast ist mit 20 KG und die Zuglast mit 250 KG ist zwar sicherlich nicht der Hammer - aber nebenbei zum Rangieren auf engen Raum sicherlich keine schlechte Wahl.

Eine lästerhafte Anmerkung kann ich mir allerdings zum Thema “TÜV abgenommene Anhängerkupplung” nicht verkneifen:
Wer immer das Ding konstruiert hat, hätte die unendlichen Weiten seines CAD Programms auch einmal kurz gegen das Objekt tauschen sollen. Spätestens dann wäre ihm aufgefallen, daß bei vorgeschriebener Montage bei der ersten Bodenwelle die Kennzeichenhalterung auf die Zugvorrichtung schlagen würde und vermutlich dies nicht überlebt... Abhilfe kann man hier derzeit nur selber schaffen, indem man das Kennzeichen nach rechts oder links verlegt und dabei berücksichtigt, daß man nun auch noch eine zusätzliche Kennzeichenbeleuchtung braucht.
Da ist es schon fast wieder nebensächlich, daß die TÜV Vorschriften hier auch noch eine Anhängerkontrolleuchte fordern...
Als weiteren Anbau ist ein Koffer auf den hinteren Träger gekommen. Dieser hat die Besonderheit, daß hier 2 Benzinkanister mit jeweils knapp 5 Litern untergebracht werden können.
Ebenso auch der Verbandskasten und das Warndreieck, welche - wie sich mittlerweile wohl herumgesprochen haben sollte - mitgeführt werden müssen. So wirklich haben dabei unsere Gesetzes Texter nicht an die Besonderheiten eines Quad / ATV gedacht, aber mal ehrlich - hätte es nicht viel mehr gewundert, wenn es eine durchdachte Vorgabe gewesen wäre?
Nicht, daß die Mitführung grundsätzlich nicht sinnvoll ist - aber der Serienzustand eines Quad bietet keine diebstahlsichere Unterbringungsmöglichkeiten.
Wie dem auch sei - auch ein ein Fähnchen, eine sogenannte Saftey Flag, ist drangekommen. So eins von den Kinderfahrrädern. Mit dem gleichen Hintergrund: Ich weiß nicht warum, aber trotz Fahren mit Licht und auffälligem Erscheinungsbild erlebe ich öfters Situationen, in den andere Verkehrsteilnehmer mich entweder nicht wahrnehmen (was allerdings auch durchaus deren grundsätzliches Problem sein kann) oder falsch einschätzen. Mal sehen, ob und wann die nächste Notbremsung gemacht werden muß.
Soweit also die Modifikationen zur Erleichterung des urbanen Überlebenskampfes - und viel Spaß beim Matschen!
Wobei wir dann auch wieder beim Thema wären. In den letzten Monaten hatten wir bei einigen Veranstaltungen schon Spaß bekommen. So z.B. bei dem ATV & Quad Treffen 2006 im Harz - besser bekannt als Harz IV in Pullmann - City. Das hier gleichzeitig auch aus einer Bierlaune heraus die Kwad- Freunde- Crefeld (kurz: KFC) gegründet wurde, war mehr ein Nebenprodukt. Oder aus dem Gruppenzwang heraus entstanden, da Rainer und ich wohl zu den wenigen nicht organisierten Fahrern gehörten.
Im Frühjahr 2007 war es dann so weit. Meine Adly ist ein nettes Gerät und in vielen Bereichen deutlich besser, als die Mitfahrer vermuteten - aber spätestens nach einem Abstecher in die Abgründe des Tagebaus war der Wunsch nach einem größeren Gefährt geboren. Da die Adly die Hochdruckreinigung in der Zwischenzeit nicht wirklich überlebt hatte und zudem das diesjährige ATV Treffen der Quadfreunde Harz auf dem Kalender stand, habe mich kurz entschlossen für ein Suzuki King Quad entschieden.
Anläßlich des Harz V Treffens der Quadfreude Harz hatte ich Gelegenheit, mich mit dem Geschoß vertraut zu machen. Zwischen der Adly und dem King Quad liegen tatsächlich Welten - das Ding ist nett zu fahren und irgendwie böse!
2019 hatte ich mich dann doch entschlossen, mein ATV zu verkaufen. Legale Möglichkeiten, den Bock artgerecht zu bewegen, wurden immer weiter eingeschränkt und der Freizeitstress mit anderen Aktivitäten hat immer weniger Platz gelassen.
Das ist aber auch nicht schlimm, denn der Bock ist in gute Hände gekommen!
Mein Fazit nach 10 Jahren: Wenig Defekte, viel Spaß!
