Am Anfang war eine kleine Postkarte. Save the Date.
Welchen Date?
Wofür?
Die Einladung von Lin zu Ihrer Hochzeit in Schottland. Das war für uns der Anlaß gewesen, die Hochzeitsfeier mit einem Urlaub in Schottland zu verbringen. Nach einigen Überlegungen stand dann der Plan:
Den Landy reisefertig machen, mit der Fähre nach Hull, in Ricall mit Teilen der Familie Musson / Lee treffen und ab in den Norden Richtung Blairquhan. Hier, im Südwesten von Schottland sollte die Hochzeit auf einem kleinen Schloß stattfinden.
Wir waren schon ziemlich gespannt, was uns erwartet; eine schottische Hochzeit macht man ja nicht alle Tage mit und schon gar nicht im traditionellen Outfit....
Alleine die Beschreibung dieser ausgewöhnlichen und schönen Hochzeit würde den Umfang der Seiten sprengen - also belassen wir es lieber bei einigen netten Bildern!
Am Abend gab es noch eine wilde Party mit einer aus London eingeflogenen, genialen Soul- Kapelle. Der einzige Wermutstropfen: Mitternacht mußte die Party leider beendet werden...
Der nächste Tag war ebenfalls mit Programm gefüllt: Mini- Highland - Games & BBQ. Und das bei traumhaft schönen und warmen Wetter!
Alles ist irgendwann auch mal vorbei; so auch unser 3- tägiger Aufenthalt auf dem Schloß. Von hier aus sind wir dann nach Edinburgh gefahren. Nach einen netten Aufenthalt in der Stadt und der Wiederbeschaffung des abgeschleppten Fahrzeuges suchten wir uns einen Campingplatz für die nächsten Tage, um von dort aus Edinburgh ein wenig mehr kennen zu lernen.
Wer mit dem Gedanken spielt, sich einen Kilt mit dem passenden Zubehör zuzulegen, dem kann ich den Scottish Store empfehlen!
Nach 2 Tagen hatten wir zwar noch lange nicht alles von Edinburgh gesehen, aber da wir noch ein wenig mehr von Schottland sehen wollten, packten wir den Landy und fuhren über Stirling und Scone Richtung Aberdeen. Natürlich mit Zwischenstop in Bannockburn.
Aberdeen hat uns allerdings nicht wirklich gereizt; vielleicht lag es daran, daß es einfach nur eine weitere Großstadt war, vielleicht auch daran, daß es ziemlich verregnet an diesem Tage war. Vielleicht war es auch ein Fehler - aber nach einer kurzen Stadtdurchquerung und einer sehr hilfsbereiten Mitarbeiterin aus der Tourist Information haben wir uns Richtung Westen auf den Weg gemacht, um die Nacht in einem sehr schönen Bed & Breakfast in Braemar zu verbringen.
Von dort aus ging es zunächst Richtung Süden, um dann bei Blairgowrie Richtung Westen und damit in Richtung der Highlands abzubiegen.
Über Umwege sind wir dann in Tummelbridge gelandet; einem Camping Park mitten in den Bergen. Und da noch Ferienzeit war - zumindest in England -, war diese auch bestens besucht. Es hatte schon was, mitten in der Abgeschiedenheit eine Mallorca- Ballermann- Stimmung vorzufinden...
Aber - die Landschaft war sehr beeindruckend und am nahegelegenen Aussichtspunkt “Queens- Vieuw” wußte man bei Sonnenuntergang sofort, warum dieser Ort diesen Namen bekam!
Das Bild mit dem Mini Zelt hat übrigens die Bewandnis, daß es uns eigentlich peinlich war, explizit ein Bild von dem Zelt zu machen. In diesem Zelt übernachtete ein Paar; das weitere Urlaubsleben fand aufgrund des Platzproblemes in deren Opel Corsa statt. Entweder reden die heute nicht mehr miteinander oder die werden sich nie wieder trennen...
Die weitere Fahrt brachte uns Richtung Norden und damit Richtung Inverness. Westlich von Inverness, in Bunchrew, befindet sich übrigens ein sehr netter Campingplatz direkt am Wasser. Ohne Mücken.
Ob das immer so ist, kann ich jedoch nicht sagen!
Über Inverness ging es weiter am Loch Ness entlang. Nessie haben wir zwar nicht gesehen, dafür ist die Landschaft aber auch ohne Monster die Reise wert. Von hier haben wir die Isle of Skye als Etappenziel ausgesucht. Auf die Insel kann man übrigens mit einer Fähre oder über eine Brücke kommen. Letztere ist mittlerweile wieder Mautfrei; der Betreiber hat mit der Maut lediglich seine Baukosten decken wollen. Schade, daß dies kein Signalwirkung hat!
Zwangsweise kommt man auf dem Weg nach Skye in Eilean vorbei. Das dortige Schloß kommt vielleicht dem Einen oder Anderen bekannt vor: Es ist das Highlander Castle. Schade, daß wir an den Tagen nur wenig Sonne hatten - aber das muß man halt in Schottland einplanen...
Quasi nichts Neues haben wir auf dem Rückweg gesehen; bis Invergarry war der Weg der gleiche wie auf dem Hinweg. Dort bogen wir Richtung Süden ab und folgten dem Caledonien Chanel bis nach Fort William. Hier kann man nicht nur den Hogwards- Express von Harry Potter live erleben, Wanderer können sich hier reichhaltig austoben und der höchste Berg Britanniens, der Ben Nevis, lädt zur Bergtour ein.
Allerdings sollte man diesen - wie eigentlich jeden Berg - nicht unterschätzen; trotzdem kann man immer wieder Touristen sehen, welche in Schlappen, Shorts und Plastiktüte den Berg erklimmen. Da ist es dann auch nicht unbedingt verwunderlich, wenn es hier Jahr für Jahr Todesfälle gibt...
Unsere Absicht, den Berg zu erklimmen, wurde leider durch einen Wetterumbruch erledigt. Tagsüber sank die Wolkengrenze erheblich und der Wetterbericht kündigte ein Unwetter an. Das kam dann auch prompt in der nächsten Nacht in Form eines Gewitter- Sturms. Hier sind einige Zelte fliegen gegangen; teilweise wurden um 03:00 Morgens Zelte abgebaut und die Heimfahrt angetreten. Unser Zelt hat den Sturm zum Glück gut überstanden.
Aber auch der nächste Tage brachte keine bahnbrechende Wetterbesserung, so das wir unseren geplante Bergwanderung nicht umgesetzt hatten. Anstelle dessen gab es dann einen Tagesausflug nach Oban.
Von Fort William aus ging es Richtung Süden und am Loch Lomand vorbei. Freunde der schottischen Kapelle “Runrig” dürfte das ein Begriff sein. Aber auch ohne Runrig ist dies eine atemberaubende Landschaft, die man leider viel zu selten genießen kann. Soll’mer?
Wie dem auch sei, unser Ziel war Balloch, ein kleines Städtchen am Ende des Loch und unmittelbar vor den Toren von Glasgow. Einflüsse der Großstadt waren hier schon nicht mehr zu leugnen.
Großstädte reizen uns irgendwie nicht so wirklich und so entschlossen wir uns, an der Westküste Richtung Süden zu fahren. Hier sind wir auch wieder in Ayr ausgekommen; der Ort ist in unmittelbarer Nähe von Blairquhan. Da wir noch etwas Zeit hatten und das Wetter auch mitspielte, haben wie einige Zeit am Strand verbracht.
Vor unserer Überfahrt nach Deutschland wollten wir noch kurz bei Lin & Stuart reinschneien; in der Hoffnung, daß es dort einen vernünftigen Kaffee gibt. Also machten wir uns auf den Weg über Gretna Green in Richtung York - und das ist fast nur Autobahn!