Sardinien 2004

Ein netter Urlaub stand an: Wir hatten uns mit 6 Leuten zusammen getan und auf Sardinien eine 42 Ft. Bavaria gechartert. Wir, das sind: Thilo als Skipper, Frank als Rental Car- Skipper, Markus als Leichtmatrose, meiner einer als Navigator, Stefan und Holger als Matrosen. Was auch immer, eigentlich hat jeder alles gemacht und der Skipper hat seinen Kopf hingehalten.

Am 15.05.2004 haben wir uns wie zufällig in Köln- Bonn getroffen und sind mit dem quietschgelben Flieger mit viel Spaß trotz der vielen Verbote (O- Ton der Stewardess) nach Olbia geflogen. Dort haben wir jedoch nicht den angebotenen Shuttle- Service der Charter Firma in Anspruch genommen, sondern haben eine Kleinwagen gemietet, der eigentlich mehr in die Rubrik “gummibereifte Kasperle Bude” fiel. Das war allerdings nicht weiter tragisch, denn unser Gedanke war auch gewesen, mit dem Vehikel die Vorräte einzukaufen. Wie sich hinterher im Gegensatz zu den anderen Charter Crews herausstellte, eine gute Idee.

Der Samstag war eh nicht mehr für einen Schlag eingeplant, und so haben Frank und Stefan nach dem Transfer die lokalen Supermärkte aufgesucht und waren stets bemüht, die in sie gesetzten Anforderungen zu unserer Zufriedenheit zu erfüllen. Will heißen: Keine Frikkos, keine Landjäger, keine Tütensuppen. Wasser bis zu Abwinken, eine Notration pfandfreier Bierdosen und diversen Backbord Bojen mit streckenweise unidentifizierbaren Inhalt. Ich hatte da auf einen Rüpelsheimer Nierentritt getippt, aber es war dann doch eine Südlage...

Gegen Abend waren wir dann soweit; Klamotten und Vorräte verstaut, Übergabe der “Elice” inkl. Einweisung war erledigt und mit einigen Stullen haben wir den Abend ruhig anklingen lassen.

Eigentlich hatten wir die Wochen und Monate vorher unsere Überlegung dahin gehen lassen, daß wir von Porto Rotondo Richtung Süden fahren wollten, aber der Mitarbeiter der Charterfirma hat uns zu verstehen gegeben, daß der Süden weniger reizvoll wäre als der Norden; bzw. Korsika. OK, schmeißen wir halt die Planung über Bord; noch sind wir ja nicht in dem Alter, wo Spontanität geplant werden muß.

Eine Sichtung der - teils historischen Karten - und das Ziel für den nächsten Tag stand fest: Palau. Thema Karten: Liebe Navi’s, die ihr vielleicht mitlest: Seit nett und tut der nachfolgenden Crew und besonders deren Nav den Gefallen und radiert Eure Eintragungen aus der Karte wieder raus. Und wenn ihr eintragt, benutzt bitte einen weichen Bleistift. Kugelschreiber ist ganz daneben. Das nur nebenbei...

Wo waren wir? Stimmt, daß Ziel stand fest. Palau. Sonntag ging es auch dann recht früh los. Um 10:00 haben wir den Hafen verlassen und wenige Minuten später waren die Lappen bereits oben und sind Richtung Norden aufgebrochen. Der Wind wehte zunächst mit 3 Bft. und frischte später auf 4 Bft. auf, so das wir uns entschieden, die Genua und Groß um jeweils 1/3 zu reduzieren.

Keine schlechte Idee, denn im Laufe des Nachmittages frischte es weiter auf geschätzte 4- 5 Bft auf. Ein Windmesser war leider nicht an Bord, so daß wir die Windstärke aufgrund der Angaben des Wetterfunks übernommen haben. Den mit uns schwimmenden Delfinen (nicht aus dem Fernsehen und nicht aus der Thunfischdose) hat das allerdings auch nichts ausgemacht.

Gegen 16:00 Uhr und knapp 33 SM sind wir dann in den Hafen von Palau eingelaufen und haben ohne Probleme “Römisch Katholisch” angelegt. Frank, der bereits im letzten Jahr um Elba herum die Gewässer verunsichert hatte, konnte hier schon auf eine gewisse Routine zurückgreifen. Trotzdem - oder gerade deshalb - konnten wir uns dann den ersten verdienten Anleger des Törns erfreuen.

Am Montag morgen kamen wir allerdings nicht ganz so gut aus dem Quark; das Ablegemanöver wurde dann “erst” gegen 10:30 eingeleitet. War aber auch nicht weiter tragisch, denn eine große Distanz hatten wir an diesem Tag nicht vor uns. “Nur” die Straße von Bonifatio. Laut Literatur eine viel befahrene Wasserstraße (Verkehrstrennungsgebiet) und bei entsprechenden Winden aufgrund des Düseneffektes zwischen Sardinien und Korsika nicht zu unterschätzen. Eigentlich hatten wir beides nicht; weit und breit kein Schiff und mit 4- 5 Bft. aus NE und gerefften Segel ging es rüber.Palau an der Nordspitze von Sardinien sollte für uns dann der Zwischenstop nach Korsika werden; hier hatten wir uns auf der anderen Seite den Hafen von Bonifatio ausgesucht. Welchen auch sonst?

Es ist schon beeindruckend, wenn man sich den Felsen von Bonifatio von der Seeseite her nähert und dann in den Naturhafen einfährt - bei schönstem Wetter, versteht sich.

 Hier schon recht früh in den Hafen einzufahren hat sich hinterher auch als eine gute Idee herausgestellt, denn nach und nach füllten sich die Reihen und einige interessante Manöver konnten beobachtet werden. Aber wie seltsam doch auch so manches Manöver angegangen wurde und wie unentspannt teilweise die Crew zu Gange war - eine helfende Hand der weiteren Gastlieger gab es immer.

Wer sich allerdings von dem herrlichen Wasser verführen lassen sollte, im Sommer einen Sprung ins Wasser zu machen, dem sei allerdings noch gesagt, daß ein gewisser Hinsicht die Hafenanlage noch entwicklungsfähig ist: Die Sanitäranlage (besser: Container) wurden gegen 20:00 geschlossen und erst gegen 09:00 wieder geöffnet. Für diesen Sonderservive wird dann noch ein Sonderobulus fällig; grundsätzlich kann man damit leben, aber wenn dann Duschen noch zusätzlich zum Liegeplatz mit € 2 zu Buche schlägt, kommt schon mal die Frage auf, ob hier Perrier aus den Hähnen fließt.

Genug gelästert; also - vor dem Sprung ins Wasser kurz die Faktoren Bordtoilette und Öffnungszeiten durch den Kopf gehen lassen...

Und nun zu etwas völlig anderem. Bonifatio ist nicht nur von der Seeseite, sondern auch von der Landseite beeindruckend. Schließlich waren wir früh genug dort, um einen ausgedehnten Spaziergang zu machen. Erst durch den Hafen, in welchem neben vielen Seglern auch einige Motoryachten lagen, deren Ausmaße mehr in die Richtung Kreuzfahrer gingen. Dann hinauf zur alten Festung, hinter deren Mauern sich die Oberstadt verborgen hat. Schon beeindruckend, was hier vor Jahrhunderten mit wenig Hilfsmitteln gebaut worden ist und heute noch Bestand hat.

Auf Anraten unserer Stegnachbarn, die zumindest den Eindruck erweckten, daß sie schon lange nicht mehr festen Boden unter den Füßen gehabt hatten, haben wir den Tip bekommen, doch weiter westlich die korsische Küste bis nach Propriano hoch zu segeln. Das wurde dann auch für den nächsten Morgen unser Ziel. als wir gegen 10:45 ablegten. Jaja, jeden Tag sind wir mit dem Ablegen bisher 15 Minuten weiter nach hinten gerutscht. Aber ehrlich: Keine Gezeiten zu beachten und sonst hatten wir eigentlich auch keine Verabredung. Außer, daß wir zum Abendessen wieder an Land sein wollten. Wie dem auch sei: Der Wetterbericht hat uns wieder netten Wind mit ebenso netten Wind und noch netteren Temperaturen angekündigt.

Mit NE 3-4 kamen wir recht zügig voran; lediglich gegen 13:00 verließ uns der Wind für ein Stündchen und der Jockel wurde angeworfen. Da unserer Skipper in den Augen von Markus sowieso ein wenig häufig unter Maschine fahren wollte, hat Markus doch den Vorschlag gemacht, beim nächsten Törn besser gleich ein Motorboot zu mieten. Diese kleinen Sticheleien wirken zumindest dahingehend, daß bei den ersten Anzeichen von Wind die Segel wieder ausgerollt wurden - auch wenn absehbar war, daß wir nicht sofort mit 7- 8 Knoten loslegen.

Gegen 16:50 hatten wir dann Propriano erreicht und waren uns nicht sicher, wo wir denn anlegen sollten. Dieses Problem wurde durch den Hafenmeister schnell gelöst, der mit seinem Schlauchboot zu uns kam und uns verständlich machte, daß wir ihm folgen sollten. Allerdings geleitete er uns nicht in den Hafen, sondern an den Außenkai; wie wir später erfuhren, wird der Yachthafen derzeit ausgebaggert und ist daher nur eingeschränkt nutzbar.

Immerhin ein Novum: Zum ersten Mal haben wir nicht römisch katholisch, sondern mit der Seite angelegt. Gibt es also auch im Mittelmeer. Zu unserer Überraschung waren unsere direkten Nachbarn die gleichen wie in Bonifatio; selbige, welche uns den Tip mit Propriano gegeben hatten.

Das Bedürfnis der Körperpflege in Form einer Dusche konnte auch hier nicht gestillt werden, da auch hier die Sanitärräume bereits verschlossen waren. Frank und Markus kamen dann halt auf die Idee, hierfür die eingebaute Heckdusche zu verwenden. Thilo, der sich zu dieser Zeit mit unserer Nachbarin am Steg unterhielt, wunderte sich, daß sie schlagartig dem Gespräch sehr unkonzentriert folgte. Kein Wunder, denn Frank wollte beim Duschen seine Badehose nicht dreckig machen und hat sich gleich ausgelassen...

Zur Ergänzung mit den Sanitärräume sei noch gesagt: Öffnung wieder ab 09:00 - und Duschen kostet mal wieder € 2 extra. Schwimmen in Hafennähe würde ich daher nicht; zumindest erst deutlich nach 09:00 Uhr.

Die Stadt liegt zwar sehr nett in einer großen Bucht, die von Bergen umgeben ist, aber wirklich viel war in dem Ort nicht los. Es hatte den Anschein, als wenn sich das Leben auf der Hafenstraße auf einer Länge von 500 Metern abspielte. Da uns nicht nach Kochen war und wir uns die Beine vertreten wollten, haben wir einen Stadtrundgang gemacht, der allerdings auch schnell zu Ende war Mangels weiterer Stadt. War auch nicht schlimm, denn in einer Seitenstraße fanden wir ein kleines Restaurant - “L’Alize” - und haben hier vorzüglich gespeist und ebenso vorzügliches korsisches Bier und Wein genossen. Die These, daß die besten Restaurants meist ein wenig abseits liegen, hat sich zu unserer Zufriedenheit bestätigt.

Ein neuer Tag - und wieder super Wetter. Unglaublich, eigentlich sind wir soviel Sonne schon lange nicht mehr gewohnt und so langsam haben wir uns mit diesem blöden, blauen Himmel abgefunden. Skipper Thilo wurde ein wenig unruhig, denn wir hatten bereits gegen die goldene Regel verstoßen, nach 1/3 der Zeit noch nicht wieder auf dem Rückweg zu sein. Die Wind- und Wetteraussichten haben ihn aber wieder beruhigt und gegen 10:15 haben wir abgelegt. Als grobe Richtung war wieder die Straße von Bonifatio auf dem Plan und im Weiteren Verlauf entschieden wir uns, direkt wieder nach Sardinen zu fahren. Als Hafen haben wir Santa Teresa de Gallura auserkoren.

Mit recht wenig Wind (maximal 2) ging es gemächlich auf ein Neues durch das Verkehrstrennungsgebiet. Als Abwechslung haben wir über Funk die Ankündigung von “Trafic Control” erhalten, daß ein Frachtschiff und ein Militärschiff von unterschiedlichen Seiten einfahren.

Der Weg ist das Ziel; Luftlinie wäre es ein Katzensprung gewesen, aber durch eine ungünstige Windrichtung haben wir den Tag mit Kreuzen verbracht. Das war jedoch nicht weiter tragisch - außer für Holger, der die Langeweile mit einer verstärkten Nahrungsaufnahme überbrückte und Thilo, der sich bereits Sorgen um die schwindenden Essensvorräte machen mußte. Entspannt bleiben - bisher haben wir immer noch eine Einkaufsmöglichkeit für die Grundnahrungsmittel gefunden.

Gegen 18:15 haben wir in Santa Teresa nach einer etwas hektischen Einfahrt in den Hafen festgemacht. Eine der vielen Fähren, denen man zumindest nachsagt, daß sie auch Sportboote keine Rücksicht nehmen, fuhr ebenfalls und ungebremst in den Hafen ein - und wirklich breit ist die Einfahrt dann nicht mehr.

Auch hier wurden wir wieder von einem Hafenmeister empfangen, welcher uns einen Liegeplatz zugewiesen hat. Nach einem erfolgreichen Anlegemanöver wurde selbstverständlich auch ein Anleger getrunken. Dabei wurde uns dann bewusst, daß wir zwar Trinkwasservorräte für die Durchquerung der Sahara dabei hatten, aber die Bierdosen bereits das Prädikat “knapp” bekamen.

Die Hafenanlage befand sich zwar noch im Bau, aber man konnte bereits sehen, daß diese nach Fertigstellung durchaus sehr reizvoll wird. Rund um den Hafen sind Ferienhaus- Siedlungen platziert; am Ende des Hafens sind eine Reihe von Geschäften und Restaurants ansässig. Vielleicht lag es daran, daß die Bauarbeiten noch nicht abgeschlossen waren - wir haben hier mit Abstand die niedrigste Liegeplatz Gebühr des Urlaubes bezahlt: 9 Euro. Kommentar des Skippers: Hier bleiben wir die nächsten 3 Tage. Na, denn - spare Dich reich...

Der Weg in das Stadtzentrum war etwas umständlich; nach Umrundung des Hafenbeckens war ein Hügel zu erklimmen - und dort war das Stadtzentrum, welches offensichtlich sehr aufwändig renoviert wurde und einen sehr gepflegten Eindruck hinterlassen hat. Zur eigentlichen Sommersaison, wenn die Straßen auch mit Menschen belebt sind, kann man sich das sehr angenehm vorstellen. Wir haben uns es jedoch nicht nehmen lassen, in einer der wenigen geöffneten Kneipen einzukehren und von dem Sardischen Bier zu nippen. Wer übrigens (noch) der Meinung ist, Bierbrauen können nur Germanen & Nachfahren: Erst testen. Dann urteilen.

So langsam neigte sich unser Urlaub unweigerlich zu Ende und es galt, den letzten Hafen vor Porto Rotondo auszusuchen. Thilo wollte eigentlich noch einen Abstecher nach Port Cervo machen, vielleicht, um einen Blick auf die Schönen und Reichen zu werden (Ach, so, wir sind ihm nicht mehr gut genug) oder wenigstens mal an einem bronzenen Poller festzumachen. Mehrheitlich haben wir jedoch den Catwalk abgelehnt und anstelle dessen uns Cala Cavette ausgesucht. Theoretisch auch wieder ein Katzensprung, wenn da nicht der Wind gewesen wäre. Aber das gehört eben dazu wie das Salz in der Suppe und statt dem direkten Weg hieß es wieder fleißig kreuzen zwischen der Inselwelt an der Nordspitze Sardiniens.

Das Wind und Wetter wieder sehr schön waren, müsste man nach den bisherigen Tagen wahrscheinlich nicht erwähnen; es konnte ja auch nicht anders sein, den jeder hat seine Bestellung hierzu konkret beschrieben - und dann kann nichts mehr schiefgehen!

Skipper Thilo, bislang sehr ausgeglichen, wurde ein wenig hektisch, als wir eine Durchfahrt zwischen 2 Inseln mit einigen Untiefen passieren mussten. Von meiner Warte am Navigationstisch hatte ich eigentlich jede Bewegung des Schiffes auf der Karte, aber aus irgendwelchen Gründen machte ihn die Situation so nervös, das er die diversen Segeltrimmversuche von Markus und Frank unterbrach und mehrfach unsere Position in der Karte überprüfte. Das war der Moment, als der Begriff des “orgastischen Eichhörnchens” geboren wurde...

Wie dem auch sein, die Durchfahrt stellte kein Problem dar und mit auf 3 auffrischenden Wind ging es Richtung Cavetta. Die Hafeneinfahrt gegen 18:30 in Sicht, trafen wir die Vorbereitungen für das Anlegemanöver. Hier hat dann Holger endgültig Markus seinen Ruf als gefräßige Raupe abspenstig gemacht: Während der Rest mit Fendern und Tampen schon mal sein Position einnahm, verzog sich Holger unter Deck und erschein wenige Minuten später mit 2 Nutella Stullen wieder an Deck. Auch wenn sein Job die Mooringleine war und diese erst zum Ende des Anlegemanövers belegt werden musste, konnten wir es kaum fassen...

Macht aber nichts - Punkt 19:00 lagen wir im Hafen, bestens bewacht von mehreren Zoll- und Polizeibooten. Nach dem obligatorischen Anleger haben uns zur Erkundung der Stadt aufgemacht und wurden positiv überrascht: Im Gegensatz zu den bisherigen Häfen war hier richtig was los. Eine belebte Einkaufsstraße, zahllose Geschäfte, noch mehr Restaurants und ein Open Air Konzert eines Gospel- Chores, der sich auch der Interpretation von Pop- Musik annahm.

Laut Reiseführer kommen die Leute sogar mit der Fähre von Korsika, um hier abzufeiern und mit der letzten Fähre nachts wieder nach Hause zu fahren; vielleicht hat aber auch eine nahe Marinebasis zu der belebten Szenerie beigetragen.

Langweile ist jedenfalls nicht aufgekommen und nach einem guten und interessanten Abendessen haben wir uns noch ein ganze Weile in der Innenstadt aufgehalten.

Gegen 11:45 hatten wir alles zusammen und haben abgelegt. Leider konnten wir unsere ursprünglich geplante Route zum Heimathafen nicht nehmen; hier hat die örtliche WSP aus welchen Gründen auch immer den Wasserweg gesperrt. Da wir nun mal in kurzen Entschlüssen erprobt sind, wurde die Route kurzerhand geändert. Mit wenigen Schlägen und später gerefften Segeln waren wir noch einen schönen windigen Tag auf dem Meer und hatten hier noch die Gelegenheit, ein Wasserflugzeug, welches zur Brandbekämpfung eingesetzt wird, bei eine Wasserbetankungsübung zu beobachten. Delfine wären mir zwar lieber gewesen, aber man nimmt schon mal, was kommt.Unweigerlich der letzte Segeltag. Für heute stand die Rückkehr nach Porto Rotondo auf dem Plan. Die Distanz war nicht allzu weit, der Wind günstig. SE 3, auffrischend auf 4 haben die Wetterfrösche gequakt. Also kein Grund, mit dem ersten Hahnenschrei aus der Koje zu fallen und in Hektik zu verfallen. Nach einem gemütlichen Frühstück haben wir einen Einkaufs- Bummel auf den Planer gesetzt und sind erst einmal wieder Richtung Innenstadt losgezogen.

Ohne besondere Vorkommnisse waren wir unterwegs. Thilo war entspannt, Markus hat den Motor kaum gehört, Holger hatte genug zu essen, Frank konnte wieder ohne Sunblocker am Ruder strahlen, Stefan hat die Zeit genossen und meiner einer vergnügte sich mal mit GPS und Karten.

Gegen 17:30 erreichten wir den Hafen und beschlossen, die Gelegenheit zu nutzen, unseren Tank Dieseltank aufzufüllen. Die Zapfsäule hatte ein recht eigentümliches Zählwerk, die Schläuche erweckten mehr den Anschein, daß hier Flugzeuge betankt werden und nach angezeigten 4 Litern lief der Tank über. Überschlägig gerechnet brauchten wir allerdings ca. 40 Liter und zunächst wurde der Fehler in der Entlüftung des Tanks gesucht. Bis wir dahinter kamen, daß nicht 4, sondern 40 Liter getankt wurden...

Der Käptn der Zapfsäule war gleichzeitig auch Käptn des Hafens - und so war es nach der Aktion kein Wunder, daß er uns in sein Herz einschloss und als 2. Tat erst einmal nach dem erfolgten Anlegen aufforderte, wieder abzulegen und einen anderen Liegeplatz zu nutzen. Die Tatsache, daß er außer dem sardischen Dialekt keine Fremdsprache beherrschte, machte die Kommunikation auch nicht einfacher.

Den letzten Abend haben wir uns nicht versauen lassen und es positiv gesehen: So hatten wir noch einmal Gelegenheit, eine römisch katholischen Anleger mit Wind auf dem Bug zu fahren - und damit hatte jeder von uns während des Törns einen Anleger gefahren. Damit konnten wir dann auch festhalten: Alle Manöver sind ohne Schäden über die Bühne gegangen.

Aus den geheimen Vorräten von Frank waren wie durch ein Wunder noch einige Dosen Bier aufgetaucht, so das wir dann doch nicht - wie befürchtet - einen Anleger mit “Rüpelsheimer Nierentritt” begießen mussten.

Nachdem wir Klar Schiff gemacht hatten - die Übergabe sollte am nächsten Morgen recht früh erfolgen - suchten wir ein örtliches Restaurant auf, um hier einen kulinarischen Abschluss der Fahrt zu genießen. Keine Frage - auch nach diesem Restaurant Besuch hat sich Holger erst mal eine Stulle geschmiert...

Danke an Markus für die erste Auswahl an Bildern - und die Crew, daß sie zu einem harmonischen Törn beigetragen hat!Tja, der nächste Tag hatte mir Segeln nichts mehr zu tun - ab ins Taxi, auf zum Flughafen Olbia und nach Hause - und dann verstreuten wir uns wieder ebenso, wie wir uns eine Woche zuvor getroffen hatten.