Türkei 2006

Segeltörn Türkei 2006

Für die 2. Ferienwoche der Herbstferien hatten wir uns ein Boot in Göcek für eine Woche gechartert, um kurz vor dem anstehenden Winter noch einmal Sonne zu tanken und ein wenig die Seele baumeln zu lassen. Wir, das sind - wie im letzten Jahr auch - Markus, seine Frau Ellen, die beste meiner Hälften Yvonne und ich.

Gebucht hatten wir über Argos Yachtcharter eine Dehler 35; die Abwicklung vor Ort hat die Firma Pupa Yachting vorgenommen; beide kann man ohne Bedenken weiterempfehlen. Bereits mit der Buchung der Flüge sind die ersten Komplikationen aufgetaucht: Der Hinflug war kein Problem, aber die Rückflüge zum Ende der Herbstferien in Nordrhein- Westfalen waren zunächst alle ausgebucht.Der Plan lautete, mit dem Flieger nach Dalaman zu fliegen, mit dem Taxi zum Hafen und dann - je nach Wind und Wetter - zu entscheiden, in welche Richtung gesegelt werden soll bei welchen Distanzen.

Der Empfehlung von Argos folgend, haben wir uns dadurch nicht beirren lassen; auch nicht von der Tatsache, daß unsere Rückflüge erst einmal nur bis Stuttgart gingen. Wenige Tage vor dem Start war dann aber dann doch eine Umbuchung für uns 4 nach Düsseldorf möglich...

Der erste Tag stand ganz im Zeichen der Anreise - und auch im Zeichen der Verspätungen. Allerdings weniger auf der Seite unseres Reisezieles (wie der eine oder andere sicherlich unterschwellig erwartet hat), sondern auf der Seite von Condor. Aus mir nicht ganz nachvollziehbaren Gründen hat der Verantwortliche für die Personalplanung leider nicht bedacht, daß so ein Flieger eine gewisse Crewgrösse braucht - um zum Erreichen eben dieser mußte noch Personal aus Frankfurt eingeflogen werden.

Eigentlich auch egal; wir hatten eh nicht geplant, am gleichen Tag noch die Übergabe und den Einkauf der Lebensmittel über die Bühne zu bringen. War nur ein wenig unangenehm für Murat von Pupa Yachting, daß er deutlich außerhalb der regulären Arbeitszeit uns noch an den Anleger kommen und uns eine Kurzeinweisung geben mußte.

Nachdem wir unsere 7 Sachen verstaut hatten und der Magen so langsam den Relingsdraht aufscheuerte, haben wir uns aufgemacht, noch ein nettes Restaurant zu finden. Das ist direkt am Yachthafen auch kein Problem und mitten im Fastenmonat Ramadan spielt sich eh das Leben nach Sonnenuntergang ab.

Allerdings - der erste Zahn war dann auch schnell gezogen. Wer der Ansicht ist., daß ein Restaurantbesuch in der Türkei deutlich preiswerter ist als in heimischen Gefilden, der wird schnell eines besseren belehrt. Wenn wir das richtig mitbekommen haben, sollte man sich zur Vermeidung von unliebsamen Überraschungen auf der Rechnung schon im Vorfeld über das gewünschte Essen, den Preis und auch darüber unterhalten, ob denn im Preis bereits der Service inbegriffen ist oder noch zusätzlich berechnet wird.

Zugegebenermaßen hatten wir das in den ersten Stunden unseres Aufenthaltes nicht drauf und so kam es dann, wie es mußte: Wir hatten zwar königlich gespeist, aber ebenso auch bezahlt.

Was soll’s, wir sind schließlich nicht zum Sparen in den Urlaub gefahren...

Der 2. Tag begann für uns alle früh. Sehr früh... Gegen 05:30 wurde zum Gebet gerufen. Über Lautsprecher. Den Turm unmittelbar am Hafen hatte zwar am Abend zuvor noch realisiert, aber im Leben nicht damit gerechnet, wenige Stunden später aus dem Tiefschlaf gerissen zu werden - und das mit einer gefühlten Entfernung zur Schallquelle von 26 cm...

Wenigstens hatte dies den Vorteil, daß wir auch recht früh auf den Beinen waren und in Ermangelung von eigenen Vorräten ein Café zum Frühstücken aufsuchten. Frisch gestärkt wurden dann die Einkäufe besorgt (welche übrigens recht zentral erledigt werden können; die Händler bringen die Einkäufe auch zum Boot) und verstaut.

Mit wenig Wind ging es dann gegen frühen Nachmittag entspannt los; Richtung Osten mit dem Ziel Fethiye. Mit 3 Knoten Fahrt eine sehr entspannte Tour. Am frühen Abend - Sonnenuntergang steht in diesen Tagen so rund um 19 00 Uhr auf dem Plan - erreichten wir Fethiye und machten hier an der kleinen “Yes- Marina” fest. Zwar bietet die Marina bestenfalls 30 Booten Platz - aber hier fühlt man sich nicht zuletzt Dank der zuvorkommenden Bewirtung der Betreiber schnell sehr wohl.


Das war dann aber zum Glück doch nicht der Fall - und wir nahmen auf der Terrasse des Restaurant Arena ein sehr leckeres, türkisches Abendessen zu uns.Die etwas außerhalb liegende Lage war für uns gleichsam der Anlaß, uns bei dem Fußweg zum Centrum ein wenig Bewegung zu verschaffen. Hier gab es neben einer Unmenge an Restaurants mindestens ebensoviele Geschäfte - und ganz besonders gefährlich waren die Süßigkeiten Geschäfte. Wegen Markus. Für die Geschäfte. Markus ließ sich nicht zweimal bitten, wenn es etwas zu probieren gab und für etwas mehr als eine Sekunde hatte ich den Eindruck, daß er seinen abendlichen Appetit mit Turkish Delight stillen würde.

Auf dem Rückweg zur Yes- Marina probierten wir etwas für uns Neues: Den Otobus. Transporter mit Sitzplätzen, die ohne festen Fahrplan und noch weniger festen Haltestellen halbwegs von A nach B fuhren - und das für einen sehr geringen Preis. Waren Passanten an der Straße, so wurde kurz gehupt und bei Interesse konnte man zusteigen. Für den klassisch TÜV- Vorschriften geprägten Germanen schwer zu realisieren - aber es funktioniert, ist preiswert - und macht Spaß. Vielleicht kann der eine oder andere Mitarbeiter im ÖPNV dies in das innerbetriebliche Vorschlagswesen aufnehmen...

Der 3. Tag begann mit einem türkischen Frühstück in der Marina. Eigentlich hatten wir dies für 09 00 Uhr bestellt - aber heute war uns mal nach ausschlafen. Das mit dem Frühstück wurde dann auf 11 00 Uhr verschoben - was aber auch den Jungs von der Marina sehr in den Kram paßte.

Nach einer eingehenden Wetterberatung (auf die Frage nach dem Wetter wurde erst mal der Laptop gestartet und die verschiedensten Wetterseiten aufgerufen) haben wir uns dann doch gegen 13 00 Uhr auf den Weg gemacht. Das war auch nicht weiter tragisch, denn unser Tagesziel war die Gemiller Reede. Auf dem Landweg irgendwas um die 15 km; auf dem Seeweg immerhin 23 NM. Mit entspannten 2- 3 Windstärken hatten wir einen schönen Segeltag in einer beindruckenden Landschaft.

Zu unserem Ziel, Gemiler Reede, hatte ich leider einige entscheidende Informationen zu diesem Zeitpunkt noch nicht erhalten, aber der Reihe nach...

Gemiler; bzw. die Bucht ist nach dem klassischen Törnführer “Andrea Horn” für die Gegend in 3 Bereiche A, B und C unterteilt. Was mit C war, kann ich mich nicht mehr entsinnen, B war ein nettes, aber teureres Restaurant mit Blick auf die Ruinen und A eine nette Restaurant- Ruine.

Leider habe ich die Seite Insidersegeln.de erst nach unserem Törn gelesen, sonst hätten wir vorher schon gewußt, was es mit den Lebensmittelverkäufern auf sich hat. Bei uns war es ein Motorboot, welches uns zunächst Eis verkaufen wollte. Als wir ablehnten, drängt er förmlich seine Hilfe für die Aufnahme der Mooringleine und das Ausbringen der Landleine auf. Nichtsahnend haben wir die Hilfe dankbar angenommen und nach dem Vertäuen dann doch ein Eis gekauft. Preis - einschließlich der Hilfe beim Ausbringen der Leinen: 28 Neue Türkische Lira. Irgendwas um die € 30,00. Was wir allerdings erst nach dem Bezahlen realisiert hatten. War schon blöd von uns, uns so überrumpeln zu lassen - und so es ein nächstes Mal gibt, werden wir hier Bescheid wissen.

Den Abend in der Restaurant- Ruine haben wir uns hierdurch nicht verderben lassen und aus der übersichtlichen Speisekarte des Holzofens unsere Favoriten ausgesucht. Das Restaurant - nur mit dem Dinghi zu erreichen - war auf seine Weise urig und zusammen mit den Crews der anderen dort ankernden Boote war es ein netter Abend. Kulinarische Highlights sollte man hier allerdings nicht erwarten.

Tag 4 sollte ein langer Schlag werden. Von Gemiller aus in Richtung Osten ist lange Zeit erst mal ganz viel nichts. Hafentechnisch gesehen, zumindet. Kalkan sollte unser Ziel sein Nach knapp 12 NM segeln unter langsam weiter einschlafendem Wind haben wir uns dann notgedrungen damit abgefunden, daß wir unser Ziel nur dann bei Tageslicht erreichen können , wenn wir den Jockel anwerfen. Tatsächlich haben wir in Kalkan pünktlich zum Sonnenuntergang einen Liegeplatz ergattert. Der Hafen war mit ziemlich vielen Gulets belegt und wir haben im Eingangsbereich quasi in der zweiten Reihe festmachen können.

Kalkan stand auch zum Auffüllen der flüssigen Vorräte auf dem Plan; aus uns nicht nachvollziehbaren Gründen war das Frischwasser leer, welches bei der Übergabe (mit defekte Anzeige) randvoll gewesen war. Das der Vorrat an Efes, Eistee und Cola zur Neige ging, konnten wir hingegen sehr gut nachvollziehen. Auch wenn beim Efes ein ungläubiges Raunen durch die Crew ging... Leider hat sich beim Befüllen des Frischwassertanks; bzw. beim Verschließen desselbigen der Tankdeckel entschieden, in Kalkan zu bleiben. Einmal ungeschickt mit dem Schlüssel angesetzt und der Deckel verschwand im (steil abfallenden) Wasser auf Nimmerwiedersehen. So schlimm waren wir nun auch nicht, daß die Ausrüstung die Flucht ergreifen mußte...

In der Stadt haben wir uns auf die Suche nach einem netten Restaurant gemacht, doch irgendwie paßte heute so schnell kein Restaurant den Vorstellungen - auch wenn zweifelsohne die eine oder andere nette Taverne auf dem Weg lag. Auch eine Beratung des türkischen Inhabers der Tauchbasis, welcher hervorragendes Deutsch mit Münchener Dialekt sprach, brachte uns nicht rasend vorwärts - bis wir ein wenig versteckt in der zweiten Reihe der Hafenmeile das Restaurant “Deniz” fanden. Wir waren zwar die einzigen Gäste - aber hatten die Entscheidung, hier zu speisen, nicht bereut.

Tag 5 sollte unweigerlich den Rückweg bringen. Wir hatten schließlich schon gegen die Grundregel “1/3 der Fahrt für den Hinweg und 2/3 der Fahrt für den Rückweg” verstoßen. Das Wetter sah am Morgen nicht wirklich klasse aus und Fallboen machten das Liegen im Hafen zu einem kleinen Abenteuer. Ein Wetterbericht war vor Ort nicht zu erhalten und über das Internet wurde Windstärke 2 bis 4 mit Regen angekündigt. Lediglich ein Fischer sagte uns, daß es nicht gut aussehen würde - war wir allerdings zu diesem Zeitpunkt auf den angekündigten Regen geschoben hatten.

Nach dem Auslaufen gegen 10:00 konnten wir unseren Kurs Richtung Westen bei Windstärke 3- 4 mehr oder minder gemütlich segeln. Gegen 14:00 schlief der Wind ein und wir mußten zum Erreichen unseres Tagesziels mal wieder den Motor anwerfen. So um 15:30 frischte der Wind wieder auf und wir entschieden uns, mit der Fock den Vorwindkurs beizubehalten. Irgendwie fand ich es schon seltsam, daß wir langsam, aber sicher, nur mit der kleinen Fock auf knapp 6 Knoten beschleunigten.

Als ich mich umdrehte, sah ich, wie sich eine breite Linie von Schaumkronen in nicht allzu weiter Entfernung uns näherten. In Rekordgeschwindigkeit wurde die Fock eingeholt und der Motor angeworfen. Schon befanden wir uns in den ersten Schaumkronen und der Wind hatte deutlich aufgefrischt.

Das Boot und die Mannschaft wurde sturmklar gemacht; Schwimmweste und Lifebelt wurde angelegt. Markus übernahm das Ruder und ich verschwand unter Deck für die Navigation. Auch wenn mir das Geschaukel nicht besonders viel ausmacht, ist es nicht wirklich angenehm, bei extremer Krängung sich am Navitisch festzutackern und alle paar Minuten seine durch die Gegend fliegenden Arbeitsgeräte einzusammeln.

Wir konnten uns zunächst nicht entscheiden, ob ein Kurs weiter unter Land ruhigeres Fahrwasser mit sich bringen würde, aber letztendlich haben wir uns zur Vermeidung einer Legerwall- Situation entschieden, mit deutlichen Abstand zur Küstenlinie zu fahren.

Von oben hörte ich immer wieder die Flüche von Markus am Ruder (O- Ton: Himmel, Arsch und Zwirn - das haben wir nicht gebucht!). Yvonne war damit beschäftigt, den Lifebelt von Markus aus der Radsteuerung zu halten und Ellen sagte die von achtern ankommenden Wellen, welche Höhen von geschätzten 5 bis 7 Metern erreichten, an. Überhaupt haben sich die Mädels in dieser Situation wacker geschlagen!

Über UKW waren die ersten Notrufe von anderen Schiffen zu hören. Zunächst hatte es den Anschein, daß die anderen Stationen den Ernst der Lage nicht wirklich realisierten. Notrufe wurden mit allgemeinen Anrufen überlagert. Ich konnte einen Notruf von einem Schiff nur teilweise empfangen und mußte die anderen Schiffe bitten, sich zurück zuhalten. Erstaunlich, nach dem “Mayday Silence” konnte man schon feststellen, daß auch die anderen Stationen sich der Lage bewußt wurden...

Während Markus mittlerweile im strömenden Regen (P- Ton: So’n Scheiß, das haben wir doch gar nicht gebucht!) weiterhin durch die tobende See motorte und sich auf meine Positionsangaben verließ, empfing ich den 3. Notruf; diesmal eine Yacht, die mit Motorausfall auf Felsen einer vorgelagerten Insel in dem Golf von Fethiye getrieben wurden und nun das sinkende Schiff verließen.

So gut es ging, haben wir den empfangenen Notruf weitergeleitet - in der Hoffnung, daß die letztendlich aufnehmende Stelle auch in der Lage ist, die Rettungskräfte zu informieren. Wie wir später erfahren haben, ist das Schiff gesunken und der Skipper mußte schwerverletzt mit einem Hubschrauber abgeborgen werden.

Letztendlich haben wir es dann doch geschafft, aus eigener Kraft nach Fethiye zu kommen. Auch hier konnten man an den Uferbebauungen sehen, daß der Sturm hier durchgezogen war. Wo vor wenigen Tagen noch ein Zelt neben einem Hotel stand, war nun nur noch ein Gerüst mit Stoffetzen zu sehen.

In dieser Zeit sind im näheren Umkreis 8 Mayday’s gesendet worden, 2 Schiffe gesunken, 1 Skipper per Hubschrauber geborgen worden und bei einer Anzahl von Schiffen die Segel zerfetzt worden. Nicht schlecht für angekündigte 2- 4 Windstärken und Regen...Froh, dieses Unwetter ohne Schaden für Crew und Schiff überstanden zu haben, machten wir an der uns bereits gut bekannten Yes- Marina fest. Nachdem wir uns sortiert, Land unter den Füßen hatte und mit anderen Crews ausgetauscht hatten, konnten wir festhalten, daß wir soeben knapp 3 Stunden auf See mit Spitzenwindgeschwindigkeiten von 65 Knoten (das entspricht der Windstärke 12) überstanden haben.

Auch wenn wir es gut überstanden hatten, trafen die Ereignisse des Tages nicht wirklich unsere Definition von Spaß & Erholung - um so mehr haben wir das Abendessen in Fethiye - diesmal im Restaurant Ducks Pont - genossen. Empfehlenswert - das Restaurant!

Tag 6 wurde dann ein ruhiger Tag. Das Wetter war immer noch ein wenig durchwachsen; zum Baden fehlte ein wenig die Sonne - sonst hätten wir uns in Richtung Göcek aufgemacht und die dortigen Buchten erkundet. Letztendlich haben wir uns jedoch zu einem Hafentag entschlossen und von den Betreibern der Marina einen Taxifahrer vermittelt bekommen, welcher uns in die Geisterstadt Kayaköy brachte.

Die Stadt wurde bis zu den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts (klingt ganz schön alt...) von dem griechischen Teil der Bevölkerung bewohnt, welche die Stadt aufgab und nach Griechenland umsiedelte. Das Häuser wurden nicht mehr genutzt und das Holz der Fenster, Türen und Dächer verrottete. Heute steht die Stadt unter Denkmalschutz und kann einschließlich der gut erhaltenen Kirchen besichtigt werden.

Am Stadtrand fanden wir eine kleine Taverne. Dort gab es Pfannkuchen aus dem Steinofen in den verschiedensten Variationen. Ich hatte die Gelegenheit genutzt, einen Pfannkuchen mit Sesampaste zu probieren. Eine gute Entscheidung, aber auch so mächtig, daß Yvonne mir ebenso bei dem Pfannkuchen helfen mußte wie Markus bei Ellen. Das will schon was heißen...

An dieser Stelle ein Wort zu unserem Taxifahrer (der sich hier übrigens auch mit Pfannkuchen eingedeckt hat, den er allerdings erst nach Sonnenuntergang verzehren durfte): Normalerweise unterstellt man den südländischen Einwohnern eine nervenaufreibende und gefährliche Fahrweise. Diese Erfahrung mußten wir zum Glück nicht machen; ganz im Gegenteil - ich denke, wir sind nicht nur sicher, sondern auch noch ökologisch gefahren worden. Das hat auch Vorteile!

Gegen Abend sind wir wieder in die Stadt gegangen. Nach dem mächtigen Snack stand uns nicht unbedingt der Sinn nach einem Restaurant- Besuch. Naja, Markus kam schon ins Schwanken - aber mehr, als wir seinen Lieblingsshop mit dem Turkish Delight passierten. Letztendlich bestand aber unser Abendessen aus einem echten Döner. Sollte man schließlich auch einmal dort probieren, wo er herkommt.

Übrigens begleiteten uns auf unseren Landgängen immer wieder freilaufende Hunde; mal mit, mal ohne Halsband. Im Gegensatz zu Spanien hatten wir allerdings nicht das Gefühl, daß die einheimische Bevölkerung schlecht mit den Streunern umging und wir hatten auch keinen Hund getroffen, der unterernährt aussah.

Wenn sich uns ein Streuner angeschlossen hatte, dann bettelte dieser auch nicht offensichtlich, sondern hielt sich dezent zurück und freute sich, wenn dann doch etwas abfiel.

Irgendwann wurde es dem Hund dann zu langweilig und er / sie trabte dann mit einem neuen Ziel von dannen...

Tag 7. Kein Grund zur Hektik. Wir waren weniger als 10 NM von dem Heimathafen entfernt und hatten die Bootsübergabe für irgendwas um die 17 00 Uhr auf dem Schirm. Nach einem entspannten (und leckeren) Frühstück in der Yes Marina sind wir gegen Mittag aufgebrochen. Besser gesagt: Wir haben abgelegt.

Mit wenig Wind und hin und wieder mit Unterstützung der eisernen Genua haben wir einen Anker- und Schwimmstop in einer der zahlreichen Buchten südlich von Göcek eingelegt und es uns hier gut gehen lassen. Von hier aus war es nur noch ein Katzensprung nach Göcek - und dort machten wir gegen 18 00 Uhr auch fest.

Nun hieß es: Klar Schiff machen und den Kutter übergeben. Auch hier zeigt sich dann, ob der Vercharterer vor Ort in Ordnung ist oder nicht. Wir deklarierten unseren “Wasserdeckel- Verlust” und machten auf einige kleinere Mängel, die uns während des Törns aufgefallen sind, aufmerksam. Die Fock, welche bei der Übergabe bereits nicht 100 %ig gewesen war, wurde zum Segelmacher gebracht und repariert. Alles in Allem ging die Übergabe ohne Probleme über die Bühne und wir vereinbarten, daß wir bis zum nächsten Morgen noch auf dem Boot bleiben konnten - schließlich ging unser Flieger erst gegen Mittag.

Mit einem gelungenen Abendessen ließen wir den letzten Abend des Urlaubes ausklingen. Mal sehen, wohin es uns im nächsten Jahr verschlagen wird...