Schottland 2013

Irgendwie lässt das Land einen nicht los... Was auch nicht weiter schlimm ist, denn wir hatten die Idee, Tochter Nina mit ihrem Freund Laurenz einen Urlaub zu spendieren. Quasi nach den Abi- Prüfungen und damit als Abi- Geschenk. 

Zeitfenster besprochen, grobe Route abgesteckt, House- und Dogsitter organisiert (sind die genialsten von der Welt), Fähre gebucht und für die ersten 2 Tage auch gleich ein Hotel. Als Fährlinie bevorzugen wir Rotterdam - Hull. Das ist zwar nicht der direkte Weg, aber wir haben dann die Möglichkeit, eine Freundin in der Nähe von York zu besuchen. Ausserdem sind die Fahrzeiten recht praktisch: Früher Abend auf die Fähre und über Nacht in Hull. Fähren- Entertainment inklusive. 

Kielwasser

York

York

York


Nach einem schönen Tag mit Abstecher nach York und einem netten Abend bei Lin und der Familie ging es am nächsten Tag in Richtung Edinburgh; bzw. in den Hafen Vorort Leith. Hier lag übrigens nicht nur die königliche Yacht Britannia am Pier, sondern direkt dahinter die Alexander von Humboldt. Biertrinker erkennen Sie am grünen Segel...

Auf dem Weg nach Leith

Auf dem Weg nach Leith

 

 

 

 

 

 

 

Leith

2 Tage hatten wir Zeit, Edinburgh - zumindest ansatzweise - zu erkunden, wobei wir von dem Wetter verwöhnt wurden. Wie übrigens in den kommenden 10 Tagen ebenso, an welchen es seltenst regnete und sich Schottland mit wolkenlosem Himmel zeigte. 

Edinborough

EdinboroughEdinborough

Unsere grobe Richtung war von hier aus Westen und ich hatte das Falkirk auf dem Schirm. Dort gibt es ein ungewöhnliches Schiffshebewerk, welches den Wassertrog über eine gigantisches Rad zur anderen Ebene befördert. Geniale Idee und als Touri- POI hergerichtet.  

Fallkirk

Von dort aus ging es in Richtung Stirling - Bannockburn. Stirling ist für sein hochgelegenes Schloß bekannt und Bannockburn für sein Schlachtfeld. Leider befand sich das Heimatmuseum, welches hier sehr anschauliches Material rund um die Schlacht ausstellt, gerade in einer großangelegten Sanierung. Nichtsdestotrotz - die Aussicht vom Schloß und vom National Wallace Monument sollte man sich nicht entgehen lassen, wobei letzteres zu Fuß zu erreichen ist. 

Stirling

Stirling

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Stirling

 

Stirling

Stirling

 

 

 

 

 

 

 

Gegen Spätnachmittag hatten wir uns jeweils auf die Suche nach einem Bed & Breakfast gemacht. Die ist eine preiswerte Möglichkeit der Übernachtung und gleichzeitig ist man im direkten Kontakt mit den Einheimischen. Wenn man zu zweit unterwegs ist, sollte es kein Problem sein, schnell eine Unterkunft zu finden. Wir waren aber zu viert unterwegs und in dem einen oder anderen Ort war es eine Herausforderung. 

Von Stirling aus machten wir uns auf in Richtung Westen mit dem Ziel Oban an der Westküste; selbstverständlich mit einem Abstecher zum Loch Lomond. Ein Traum von See bei Traum Wetter - was für ein Traum. 

Loch Lomand

Loch Lomand Abendstimmung

 

 

 

 

 

 

 

Road to ...

Oban Oban

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die nächste Etappe brachte uns von Oban nach Fort William; selbstverständlich mit einem kurzen Abstecher nach Glen Coe. Die kurze Geschichts- Exkursion zum Massaker von Glencoe wurde mit einem höflich interessieren "Ah" quittiert und weiter ging es nach Fort William. Ein kleines Städtchen - aber immerhin das größte in den westlichen Highlands. Und der Ausgangspunkt für Fahrten mit dem Jacobite Steam Train. Das sagt Dir nichts? Der Zug aus den Harry Potter Filmen! Eine Fahrt ist allerdings nichts für Kurzentschlossene, denn die Buchung geht leider nicht vor Ort. Aber schon die Ausfahrt aus dem Bahnhof ist ein Erlebnis. 

Jacobite Steam Train

08 8
Fort William liegt im Schatten des höchsten Berges Gross Britanniens, dem Ben Nevis. Wer möchte, kann ihn gerne erklimmen - aber man sollte sich in jedem Fall darüber im Klaren sein, das man dies nur mit einer passenden Ausrüstung macht. Die Bergwacht hat reichhaltige Erfahrungswerte mit dem Einsammlung Flipp- Flopp tragender Bergwanderer, die leider nicht alle glimpflich ausgegangen sind. 

Unser nächstes Ziel war die Isle of Skye, wobei die Idee war, dem Schienenverlauf zu folgen und noch ein Bild des Zuges am Glenfinnan Viadukt machen zu können. Leider hatte ein nicht unmaßgeblicher Teil der Reisegesellschaft die Reisegeschwindigkeit eines Dampfzuges deutlich unterschätzt, so das wir am Viadukt zwar einige Touristen trafen, diese jedoch nach dem Passieren des Zuges bereits wieder auf dem Rückweg zum Parkplatz waren. Schade, aber mit ein wenig Phantasie kann man sich den Zug auch denken... 

Viaduct

Weiter in Richtung Skye hatten wir uns für die Überfahrt mit der Fähre entschlossen. Es gibt zwar auch die Möglichkeit, die Insel über eine (mautfreie) Brücke zu erreichen, aber die wollten wir für den Rückweg nehmen. 

Überfahrt

Portree

 

 

 

 

 

 

 

Über Skye muß man eigentlich wie uneigentlich nicht viel sagen - man sollte es gesehen haben. Geniale Landschaften, schöne Strecken - und mit der "Hauptstadt" Portree ein beschauliches Städtchen, das viel zu bieten hat. Inklusive traditionellem Musikumzug in den Straßen. 

Während wir auf der Tour sonst keine Probleme mit dem Finden eines Bed & Breakfast hatten, stellte uns dies hier vor eine Herausforderung. Was wir nicht wussten - zeitgleich waren Schulferien und nicht nur wir fanden Skye besuchenswert. Mit etwas Glück fanden wir hier auch die schönste Unterkunft auf unserer Reise: Canowindra. Wir haben selten ein geschmacklich ansprechendes Haus gesehen und das Inhaber- Ehepaar hat alle Register gezogen, um uns den Aufenthalt in bester Erinnerung zu halten. Hier würden wir jederzeit und gerne wieder einkehren - auch wenn die Kosten am oberen Ende unseres Budget waren. 

Canowindra

 

 

Canowindra
Auf dem Rückweg - mit dem Ziel Fort Augustus - haben wir noch einen Abstecher zum Leuchtturm von Neist gemacht. Der Fußweg geht über einige Höhenmeter, aber es lohnt sich. Theoretisch hätte man auch die Seilbahn, welche für die Versorgungsgüter eingerichtet wurde, nehmen können, aber der Zustand war selbst für den Transport von Konservendosen nicht TÜV- konform.
NeisNeistNeist
Neist

Neist

 

 

 

 

 

 

 

NeistSkye haben wir über die Skye Bridge verlassen. Die Brücke ist aus privaten Mitteln als Mautbrücke finanziert worden; 2004 wurde diese nach dem Verkauf an die schottische Reguierung "mautfrei". Das Tagesziel war heute Fort Augustus, welches wir auf der landschaftlich ansprechenden Strecke am späten Nachmittag erreichten. Auf unserem Weg dorthin haben wir noch einen kurzen Zwischenstop am Eilean Donan Castle eingelegt. Aber auch als Filmkulisse - u.a. aus den Filmen "Highlander" und "Ritter der Kokosnuss" - ist das Schloß bekannt.

Meet the Highlander

 

Eilean Donan Castle

  

Der Weg ist das Ziel

In Fort Augustus hatten wir auch ein tolles B & B erwischt. An den Betreiber, einen Herrn kurz vor dem 70. Lebensjahr, denke ich gerne. Nicht nur, das seine Liebe Schottland und Neuseeland gilt, er fährt auch gerne Offroad mit seinem Motorrad. Seine wichtigsten Utensilien: Zange - Kabelbinder - Duschhaube. Mit der Zange öffnete er die verschlossenen Gatter, mit dem Kabelbinder verschloss er das Tor wieder, damit das Vieh sich nicht vom Acker machte. Und mit der Duschhaube machte er sein Kennzeichen unkenntlich. Wir kommen noch einmal kurz zurück zu seinem Alter... 

B & B

In Fort William befindet sich eine Mehrkammer - Schleusenanlage, die Loch Ness mit dem Meer verbindet. Diese wird von der Sportschiffahrt (ja, da fehlt das 3. f, aber es gefällt mir nicht) genutzt und selbstverständlich gibt es hier immer was zu gucken. Quasi Hafenkino auf Augenhöhe im Binnenland. Als Schleusenwärter braucht man auch hier Nerven wie Drahtseile. 

Schleuse

Loch Ness

Der nächste Tag führte uns am Loch Ness entlang in Richtung Osten. Der erste kurze Abstecher führte uns nach Drumnadrochit; einem Ort, mit dem die Mitreisenden nicht viel anfangen konnten. Nun ja, es ist "nur" ein kleines Dorf am Loch Ness, aber als Festivalgelände für die Konzerte von Runrig ist es schon bekannt geworden. Ich wollte halt sehen, wo die "Party on the Moor" wenige Monate später gefeiert werden sollte...

Drumnachdroit

Weiter ging es über Inverness nach Nairn. Der erste größere Ort, in welchem wir uns nach den Highlands aufgehalten haben und vermutlich deshalb auch ein wenig befremdlich. Nicht unser Ding, wie wir schnell feststellten, aber für eine Übernachtung schon in Ordnung. 

On the Beach

Am nächsten Tag sind wir zunächst die Küste in Richtung Süden entlang gefahren und haben hier mehr durch Zufall das Scotich Whale and Dolphin Center in der Spey Bay gefunden. Wenn man sich für Wale und Delphine interessiert, dann sollte man sich diesen Ort hier nicht entgehen lassen. Allerdings beschränkt sich die Beobachtung auf die Landseite. 

WDC

Speyside SpeysideSpeyside

Speyside

Weiter ging es durch die Speyside zu unserem nächsten Etappenziel, dem kleinen Ferienort Aviemore. Die Speyside ist übrigens auch für seine Whisky- Destillerien bekannt. Blöd, das ich zu diesem Zeitpunkt noch keinen Geschmack an dem Getränk gefunden hatte...

Aviemore liegt mitten im Cairngorms National Park und kann seine touristische Bedeutung nicht leugnen. Wegen dem Ferienwochenende und den befürchteten Schwierigkeiten, in den nächsten Tagen wieder eine Unterkunft zu finden, hatten wir uns spontan entschlossen, für 2 Nächte im High Range Holiday Park zu bleiben.

Die Freizeitangebote waren umfangreich und das Wetter prima. Einer unserer Freizeitaktivitäten war ein Ausritt. Da der "Schwächste" das Tempo der Gruppe bestimmt, ging es im Schritt durch die Landschaft. Sehenswert, wenn auch der Tempo hätte schneller sein können. Auch eine geführte Quadtour stand auf dem Plan. OK, wenn man in seiner Freizeit sich mit einer 700er Suzuki bewegt, dann ist eine 300er Yamaha Grizzly nicht der Reisser. Aber auch hinterließ die Landschaft und die Strecke einen bleibenden Eindruck. Insbesonders der Abstecher auf die Weide mit den Galloway Rinder und dem dort erst wenige Stunden altem Nachwuchs. 

Quad Tour

Quadtour mit Guide

Galloway

Holiday Park

Von Aviemore machten wir uns auf den Weg nach Pitlochry. Ein nettes kleines Städtchen, nicht weit entfernt von einem der schönsten Ausichtspunkten in Schottland: Queens Vieuw. Auch hier hatten wir das Vergnügen, die Aussicht bei schönem Wetter geniessen zu können. Den Tag schlossen wir mit einem netten Abend im Pub ab - Barfood & Live Music. Das sollte man in jedem Fall mitgemacht haben!

Queens Vieuw

Queens Vieuw

Queen Vieuwt

 

 

 

 

 

 

 

So langsam wurde aus der Rundreise die Rückreise und wir wollten noch einen Abstecher an die Westküste an Ayre machen. Einmal  wegen der imposanten Sicht zur Isle of Aarran und um einen Abstecher nach Blairquhan zu machen. In diesem Schloß haben Freunde von uns vor einigen Jahren geheiratet. Das war eine tolle Party! 

Fish & Chips
Der nächste Tag sollte alles andere als ein entspannter Tag werden - wir hatten die Strecke Ayre - Hull auf dem Schirm, wollten noch einen kurzen Zwischenstop an der "Heiratsfabrik" in Gretna Green an der schottisch - englischen Grenze halten, zwischendurch noch einen Stop an einem Supermarkt machen - und nebenbei fiel Laurenz auf der Fahrt auf, das er seine nicht ganz billige Uhr im letzten B & B vergessen hatte. 
Was soll ich sagen? Gretna beguckt, im Supermarkt mit Innis & Gun, Newcastle Brown und Wenslydale eingedeckt - und kurz vor Toresschluß im Hafen auf der Fähre. Nach einer ruhigen Überfahrt war der restliche Weg zurück an den Niederrhein (an den man ja als Eingeborener immer wieder gerne zurück kommt) reine "Formsache".